Allgemeiner Wirtschaftsdienst
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Der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen. Der AWD mit Hauptsitz in Hannover wurde 1988 von Carsten Maschmeyer gegrundet. Schwerpunktprodukte des AWD sind Kapitalanlagen, Bausparen, Versicherungen und private Krankenversicherungen in der Zielgruppe der privaten Haushalte mit Durchschnittseinkommen. Der AWD verkauft seine Produkte durch selbststandige Handelsvertreter, die auf Provisionsbasis bezahlt werden. Die durch diese Direktvertriebsstruktur entwickelten Geschaftspraktiken des Konzerns sind umstritten.
| Table of contents |
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1 Unternehmenskennzahlen
2 Unternehmensgeschichte
3 Derzeitige Entwicklung
4 AWD-Mitarbeiter
5 Endkunden
6 Weblinks
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Unternehmenskennzahlen
Nach eigenen Angaben zahlt der AWD-Konzern, dessen Vorstandsvorsitz Carsten Maschmeyer bis heute fuhrt, ca. 5000 selbstandige Vermogensberater, ca. 1,5 Mio. Kunden und erzielte im Jahr 2002 ca. 463 Mio. Euro Jahresumsatz. Fur 2003 wird ein Umsatz von 530 bis 555 Millionen Euro sowie ein Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 45 bis 51 Millionen Euro erwartet. Der Konzern ist ausser in Deutschland noch in England, Osterreich, der Schweiz Osteuropa und Italien tatig. Die Ubernahmen wurden mit Kapital aus dem Borsengang im Herbst 2000 finanziert.
Unternehmensgeschichte
Die Unternehmensgeschichte ist eng mit der Biografie des Firmengrunders und Vorstandsvorsitzenden Carsten Maschmeyer verknupft. Begonnen hatte Maschmeyer nach abgebrochenem Medizinstudium bei dem Finanzvertrieb OVB.
In den ersten Jahren wurden an die Qualifikation der Handelsvertreter nicht die allerhochsten Anspruche gestellt. Von Heizungsbauern, Soldaten und Studenten aller Fakultaten war offentlich die Rede, die fur den Strukturvertrieb auf Provisionsbasis arbeiteten. 1991 grundete Maschmeyer in Wien AWD Osterreich; im nachsten Jahr folgte die Grundung von AWD in der Schweiz. 1999 ubernahm der Konzern den Finanzdienstleister S&C, 2001 verschmolzen die ein Jahr zuvor ubernommene Dr. Blumrath AG und die ebenfalls akquirierte Horbach Wirtschaftsberatung GmbH zur Horbach AG. Im selben Jahr ubernahm AWD auch die britische Vertriebsfirma Thomson's. Die Ubernahme der Hamburger Firma tecis gluckte den Hannoveranern 2002. Weitere Ubernahmen folgten in Grossbritannien und Osteuropa.
Im Jahr 2000 flossen rund 500 Millionen Euro Einnahmen aus dem Borsengang (IPO) zu. Spatestens als AWD 2001 in den M-DAX aufgenommen wurde und nun auch auf dem alten Finanzmarkt als einer der ganz Grossen galt, kam wieder Kritik an den ehemaligen Methoden auf. Gerade in den neuen Bundeslandern mehrten sich die Stimmen enttauschter Kunden bezuglich unserioser Immobiliengeschafte. Die Fehler der wilden Anfangszeit schienen sich zu rachen. Inzwischen hat sich der Finanzdienstleister allerdings vom Grauen Finanzmarkt eindeutig distanzieren konnen.
Bereits in den Anfangszeiten des Konzerns grundete Maschmeyer auch die AWD-Kinderhilfe. Mit einem jahrlichen Finanzvolumen von 10 Millionen Euro agiert die Stiftung seit 1991 weltweit mit eigenen Projekten und innerhalb von Kooperationen. In die Schlagzeilen geriet der Firmenchef jedoch mit einem Bekenntnis fur den damaligen niedersachsischen Ministerprasidenten Gerhard Schroder im Vorfeld der Bundestagswahl 1998. Anonym forderte Maschmeyer per Anzeige bundesweit, der nachste Kanzler musse ein Niedersachse sein. Zum Start der Bundesligasaison 2002/03 wurde AWD sogar fur Fussballbegeisterte ein Begriff. Fur 2 Millionen Euro pro Saison erwarb der Finanzdienstleister die Namensrechte am Fussballfeld des Erstligisten Hannover 96: aus dem Niedersachsenstadion wurde die AWD-Arena.
Aufsichtsratsvorsitzender der AWD AG ist der Ex-Aussenminister und FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher.
Derzeitige Entwicklung
Aufgrund von Kostensenkungsprogrammen konnte der Konzern in den vergangenen Monaten seinen Aktienkurs um ca. 40% steigern. Die Aktie des AWD notiert im Jahresmittel 2002-2003 mit ca. 15 Euro, bei einem derzeitigen Aufwartstrend um ca. 20 Euro (Stand Spatsommer 2003). Dies ist der gleiche Wachstumszeitraum, in dem eine vierstellige Anzahl ehemaliger Mitarbeiter sich z.T. funfstelligen Provisionsruckforderungen gegenubersahen.
AWD-Mitarbeiter
Wahrend der Einarbeitung erhalten die Handelsvertreter nach Angaben des AWD durchschnittlich 3.000,-- EUR sog. 'Monatsvergutung', die de jure ein Provisionsvorschuss sind. Erwirtschaftet der Berater diesen Provisionsvorschuss nicht, sind diese Leistungen zuruckzuerstatten.
AWD-Ehemalige haben im Zeitraum von Dezember 2002 bis Mai 2003 offentlich unter verschiedenen Internet-Domanen in wenigen Monaten weit uber eintausend, oft sehr personliche und schmerzliche Erfahrungen geschildert. Da diese Berichte zum Teil ehrabschneidende Kritik am Unternehmen beinhalteten, versuchte der Konzern auf juristischem Wege die Domanen awd-aussteiger.de und aussteigerforum.de zur Schliessung zu veranlassen, war jedoch nicht immer erfolgreich.
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Gerichtsurteile mit hohen Schadenersatzforderungen gegen AWD-Berater erwirkt. Als Gegenmassnahme hat der Konzern eine Ausbildung der selbstandigen Versicherungs- und Anlagevertreter mit fachlichen Inhalten sowie Audio- und Videotraining eingefuhrt, die mit einer IHK-Prufung zum Fachberater fur Finanzdienstleistungen abgeschlossen werden kann.
Die Vermogenssituation der meisten AWD-Berater selbst ist, nach ubereinstimmenden Berichten einer Vielzahl von ehemaligen Mitarbeitern, haufig sehr schlecht, da der Konzern nach Meinung dieser generell marktubliche Gebuhren und Nebenkosten fur die Nutzung der AWD-Infrastruktur in Rechnung stelle, selbst wenn der Berater keinen oder nur einen geringen Erfolg erwirtschafte und z.T. mehr als nur im Einzelfall ungungstige Provisionsberechnungen zu Lasten der selbstandigen Handelsvertreter vornehme. Die Fluktuation der einzelnen Geschaftsstellen sei, so die Kritik, mehr als nur selten enorm hoch und die in eine wirtschaftlche Abhangigkeit geratenen Vertreter seien z.T. uberschuldet und stunden unter enormen Verkaufsdruck.
Endkunden
Auf Endkundenseite stehen AWD-Berater weiterhin in der Kritik. Neben einer Vielzahl von regularen Beratungsgeschaften fallen einzelne Fehlberatungen, wie bei allen Finanzdienstleisteren auch im AWD offentlich auf.
Weblinks
- AWD-Homepage (http://www.awd.de)
- Forum enttauschter ehemaliger AWD-Mitarbeiter (http://www.awd-aussteiger.de)
- AWD-Fussballstadion (http://www.awd-arena.de)
- AWD-Kinderhilfe (http://www.awd-stiftung-kinderhilfe.de/)
- Aktuelle Geschaftsentwicklung des AWD (http://www.awd.de/formatting/global/attachments/mul_data/0,20861,22209,00.pdf)
- Heise-Bericht zu den Folgen unsachlicher AWD-Kritik (http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/15519/1.html)
- BAV-Verband und Interessengemeinschaft von Anlage-Geschadigten (http://www.bav-verband.de/html/body_februar2003.html)
- WDR-Bericht einer AWD-Ehemaligen (http://www.bav-verband.de/html/body_fernsehberichte_awd.html)
- Personliche Mitarbeiterberichte (http://www.dlf-opfer.org/AWD-Stories.pdf)
- Bericht einer ehemaligen Mitarbeiterin (http://www.dooyoo.de/finanzen-sonstige/awd/1001469/)
Kategorie:Finanzunternehmen
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