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VW Golf

From Sterwiki

Der VW Golf ist ein Automodell der Firma Volkswagen. Er zahlt zur Kompaktklasse, die in Deutschland haufig auch Golfklasse genannt wird. 1974 kamen mit dem Golf I kleine Kompaktautos auf den Markt, die fur jedermann erschwinglich waren und trotzdem einem uneingeschrankten Alltags-Nutzwert und gute Fahrleistungen boten. Heute (2005) gehoren die VW Golf zu den hochpreisigen (und zum Grundpreis dabei vergleichsweise mager ausgestatteten) Kompaktwagen. Im Jahr 2004 wurden die allerersten VW Golf 30 Jahre alt und sind damit offiziell Oldtimer. Der Name stammt vom Golfstrom ab, zahlreiche VW-Modelle wurden nach Winden benannt (Passat, Scirocco, Bora). Spater bezog man sich jedoch auf die exklusive Sportart. (Schaltknauf beim GTI als Golfball, 'analoge' Bezeichnungen der Modelle Polo und Derby). In den USA wurde der Golf anfangs wegen seiner Wendigkeit unter der offiziellen Typenbezeichnung Rabbit (dt: Kaninchen) gefuhrt. Diese Bezeichnung war auch spottisch gemeint, weil in den USA solch kleine Autos zum damaligen Zeitpunkt unublich waren.

Table of contents
1 Geschichtliches
2 Fakten

2.1 Plattformkonzept

3 Design
4 Kritik
5 Modellgeschichte

5.1 Golf I
5.2 Golf II
5.3 Golf III
5.4 Golf IV
5.5 Golf V

6 Antriebskonzepte

6.1 Antrieb durch Ottomotor

6.1.1 Golf GTI
6.1.2 Golf VR6/V6/VR5/V5
6.1.3 Golf FSI
6.1.4 Golf IV R32

6.2 Antrieb durch Dieselmotor

6.2.1 Golf Diesel
6.2.2 Golf GTD
6.2.3 Golf TDI
6.2.4 Golf SDI

7 Ausstattungskonzepte

7.1 Golf II Country

8 Konkurrenzprodukte
9 Literatur
10 Weblinks

Geschichtliches

thumb|Golf Prototyp Ursprunglich war der Nachfolger des Kafer als Fahrzeug mit Mittelmotor und VW-Kafer-typischem Heckantrieb konzipiert, was dann aber verworfen wurde. Einer der Grunde war die ungunstige Lage des Motors, die einen mehr als 1 Meter langen Olmessstab erfordert hatte, und die das Fahrzeug nicht besonders servicefreundlich gemacht hatte. Innerhalb von weniger als 18 Monaten wurde dann ein Ersatz fur diese Studien entwickelt, welche dem ersten serienproduzierten Golf schon recht nahe kam.

Der Designer Giorgio Giugiaro gab dann dem Golf I sein markantes Aussehen, mit dem er eine bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte zu schreiben begann, und die dem Volkswagenwerk wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung aus der Talsohle der Kafer-Monokultur verhalf.

Fakten

Der VW Golf ist das umsatzstarkste Modell des Volkswagenkonzerns und tragt massgeblich zum Erfolg von Volkswagen bei. Zum Zeitpunkt seiner Einfuhrung bedeutete er die Rettung des finanziell stark angeschlagenen VW-Konzerns. In Europa ist der Golf das meistverkaufte Modell. Insgesamt gilt er neben dem Toyota Corolla als das meistverkaufte Kraftfahrzeug. Der Golf uberholte im Juni 2002 VW-intern den bis dahin mit uber 21 Millionen Fahrzeugen fuhrenden VW Kafer.

Plattformkonzept

Das Plattformkonzept der Golf-Baureihe erlaubt mit geringem Umbauaufwand die Kombination einer Karosse und eines Motors von nahezu beliebigen Baujahren und Ausfuhrungen miteinander. So ist ein G60-Motor aus dem Golf II auch im Golf I und im Golf III einbaufahig. Viele Modelle des VW-Programms teilen sich gleiche Achsteile.

Mit Einfuhrung des Golf IV wurde die so genannte Bodengruppe PQ 34 auch im Skoda Octavia, Audi TT, Audi A3, Seat Leon und im VW New Beetle verwendet. Das fuhrt zu einem hohen Anteil an Gleichteilen, die in allen Konzern-Parallelmodellen und Ausstattungsvarianten vorhanden sind.

Die sog. Plattform stellt eine Einheit dar, die keinen Einfluss auf die Aussenhaut eines Fahrzeuges haben darf, d. h. ein Chassis einschliesslich des Radhauses innen.

Die Plattform beinhaltet im VW-Konzern folgenden Funktionsgruppen:

  • Aggregate (Motor, Getriebe nebst Lagerung)
  • Vorderachse
  • Lenkung und Lenksaule
  • Schaltung
  • Fusshebelwerk
  • Hinterachse
  • Bremsanlage
  • Kraftstoffbehalter
  • Abgasanlage
  • Rader (Grossen)
  • Reifen
  • Vorderwagen (Langstrager, Radhauser)
  • Stirnwand (inkl. Heizung und Klima)
  • Mittelboden (Boden vorn)
  • Hinterwagen (Boden hinten, Langstrager, Radhauser innen)
  • Sitzgestelle
  • Verkabelung genannter Komponenten

Damit verbunden ist eine stuckkostengunstige Fertigung der Einzelteile, deren Kostenvorteil allerdings bei Ersatzteilen meist nicht an den Endkunden weitergegeben wird. Mit Kenntnis dieser Tatsache kann es durchaus sinnvoll sein, bei einem vermeintlichen Konkurrenzfabrikat nach Ersatzteilen zu fragen.

Nachteil ist bei Ausbleiben einer Komponente aus Grunden von Fertigungsproblemen, Streiks etc. ein Stillstand fast aller Bander des jeweiligen Plattformmodells.

Auch muss die techn. Zustandigkeit bei der Konstruktion und Auslegung vollstandig geklart sein. Wird z. B. ein Blechteil ohne Absprache mit der TE der anderen Konzernmarke geandert, so kann das verheerende Auswirkungen haben.

Design

Das Design des Golf war und ist nach Aussagen des Konzerns eher konservativ als modisch oder designerisch verspielt gewahlt, um den Absatz nicht zu gefahrden. Der Golf I wurde vom italienischen Designer Giugiaro entworfen. Spater hat das konzerneigene Volkswagendesignteam diese Ursprungsform weiter aktualisiert, ohne dabei vom markanten Ursprungsentwurf vollig abzukommen. Ein typisches Stilmerkmal ist die relativ breite und dadurch stammig wirkende C-Saule. Die Abmessungen nahmen mit jedem Modell zu und die Grosse der Modelle Golf I und II wird heute (Stand: 2004) bereits vom VW Polo erreicht. Die Namen der Modelle Golf, Polo, dessen aktuellem Sondermodell Cricket sowie dem Nutzfahrzeug Caddy ergeben sich aus dem Bezug zu britischen Sportarten, die alle mit kleinen Ballen zu tun haben.

Der Golf wurde bzw. wird in verschiedenen Karosserievarianten angeboten:

  • 3-turiger Golf, 5-turiger Golf (die klassische Golfform als Steilheck)
  • 4-turiger Jetta bzw. Vento bzw. Bora (Limousine mit Stufenheck)
  • 5-turiger Golf Variant bzw. Bora Variant (Kombi)
  • Golf Cabriolet (offen mit Stoffverdeck)
  • Golf Plus (Kompaktvan auf Basis des Golf V)
  • Golf Caddy (Kastenwagen)
  • Golf II Country (SUV mit Allrad auf Basis des Golf II)

Kritik

Der Golf wird wie viele Fahrzeuge des VW-Konzerns wegen seiner hohen Preise und der umfangreichen Aufpreisliste kritisiert. Dabei wird jedoch haufig vergessen, dass es sich bei den Modellen Passat und Golf (die Hauptverkaufstrager) um Modelle handelt, welche (uberwiegend) hier in Deutschland entwickelt und gebaut werden zu hier ublichen Lohnen, die am Standort Wolfsburg z. B. vergleichsweise hoch liegen. Durch dieses Festhalten an sozialen Lohnen und dem Standort Deutschland hat das Produkt demnach einen entsprechenden Preis. Im Gegensatz zu Konkurrenten hat der Golf einen hohen Wiederverkaufswert und relativ gunstige Ersatzteilpreise. Die erste Golfgeneration war schnell rostend. Die breite C-Saule, kleiner rechter Spiegel und manuelle Fensterkurbeln (bis Golf IV) werden als sicherheitsrelevante Nachteile kritisiert. Das Aussendesign ist seit dem Golf III im wesentlichen unverandert geblieben. Beim Golf V ist das verwendete Kunststoffmaterial im Innenraum vom Aussehen her minderwertiger als beim Vorgangermodell.

VW scheiterte Anfang der 1990er Jahre mit der Einfuhrung des VW Golf Eco, der vom Verbraucher nicht angenommen wurde. Die dabei erstmals eingefuhrte Motorabschaltautomatik in Verbindung mit der manuellen Halbautomatik (keine Kupplung, jedoch Handschaltung) fuhrte zu einem gewohnungsbedurftigen Fahrverhalten (beim jedem 'Gas-weg-nehmen' wurde der Motor abgeschaltet, beim 'Gas-geben' wieder angeschaltet). Der Durchschnittverbrauch lag jedoch richtungsweisend bei 4,4  Diesel auf 100 km. Ganze 2000 Exemplare wurden von VW verkauft.

Die Varianten des Golf mit Stufenheck (= klassischem Kofferraumdeckel, VW Jetta, VW Vento, VW Bora) wirken noch konservativer als der Golf, haben aber den Vorteil einer gunstigeren Schadenklasseneinstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese Modellvarianten sind vor allem in den USA sehr beliebt.

Erfolglos blieb 1990 der Versuch, eine heute beliebte Form des so genannten Crossovermodells (z.B. VW Polo-Fun) zu etablieren. Der Golf II Country mit Allradantrieb und machtigen Rammschutzbugeln an Front und Heck sowie aussen angebrachtem Reserverad wurde - auch wegen seines Kaufpreises - zum Flop, nur 7735 Fahrzeuge liefen vom Band. Die Topversion kostete schon damals deutlich uber 50.000 DM. Doch wird 2004 - nach dem VW Touareg - erneut an einem Gelande-Golf gearbeitet, der sog. A-SUV (neueste Namensideen sind 'Golf Beduin' oder 'Golf Cross'). Die Bezeichnung 'Gelande-Golf' ist streng genommen falsch, da dieses Auto voraussichtlich sehr wenig mit dem Golf V gemeinsam haben wird.

Modellgeschichte

Golf I

[[Bild:20041114_1140_1636-vw_golf_II_cl_nach_1979_Radkappen_vom_vw_polo.jpg|thumb|Golf I CL mit Radkappen vom ]] thumb|US VW 'Rabbit' GTi, Bj. 1984thumb|VW Golf I Caddy (Pritschenwagen)

  • Lange: 3705 mm bis 3723
  • Breite: 1610 mm
  • Hohe: 1410 mm
  • Radstand: 2400 mm
  • Leergewicht: 750 kg (50PS Golf)
  • Typbezeichnung: 17
  • 1969: Erster Prototyp EA-276
  • 1974: Der neue Golf wird vorgestellt
  • 1976: GTI mit 81 kW (110 PS) und sowie Golf Diesel mit 37 kW (50 PS); serienmassig mit Automatikgurten vorn und Kopfstutzen
  • 1979: Golf Cabriolet (bis 1993 in 388.522 Einheiten; meistverkauftes Cabriolet der Welt), neue Motorisierungsart 1,3L und 60 PS. Produktion ausschliesslich bei Karmann in Osnabruck
  • 1981: neue Ausstattungsvarianten: C und CL, GTI nun auch als 4-Turer
  • 1982: Golf GTD, Produktionsbeginn des Golf I als VW Citi Golf in Sudafrika
  • 1983: Pirelli GTI, Sondermodelle LX und GX
  • 1983: Ende der Produktion, ausser in Sudafrika.
  • 1993: Ende der Produktion des Golf Cabrio
  • 2004: In Sudafrika wird weiterhin ein modifizierter Golf I als VW Citi Golf hergestellt.

Golf II

thumb|Golf II CL

  • Lange: 3985 mm
  • Breite: 1665 mm bis 1680 mm
  • Hohe: 1415 mm bis 1415 mm
  • Radstand: 2475 mm
  • Leergewicht: 845 kg (3-turer)
  • Typbezeichnung: 19 (bis Modelljahr 1988), 1G (ab Modelljahr 1989)
  • 1983: Der Golf II wird vorgestellt
  • 1984: GTI und der im Golf neuartige Katalysator
  • 1986: Syncro, GTI 16V, Antiblockiersystem (ABS) fur die Modelle GT, GTI und GTI 16V
  • 1987: Dreiecksfenster fallen weg und Aussenspiegel wandern weiter nach vorne
  • 1988: Sondermodell Ralley G60 mit Allradantrieb und verbreiteter Karosserie
  • 1989: Sondermodell Edition One und Golf Limited mit G60-Motor und 210PS
  • 1990: der geregelte Katalysator wird Serienausstattung, G60 Motor fur Serienkarosserie lieferbar
  • 1990: Sondermodell Fire & Ice (nach dem gleichnamigen Film von Willy Bogner in dem der Golf massiv Werbung fahrt),
  • 1990: Sondermodell Golf Country (Allradgetriebener Golf mit Offroad-Optik, hohergelegt fur mehr Bodenfreiheit).
  • 1991: Sondermodell Edition Blue mit vielen Extras
  • 1992: Ende der Produktion.

Golf III

thumb|Golf III

  • Lange: 4020 mm
  • Breite: 1695 mm bis 1710 mm
  • Hohe: 1425 mm 1405 mm
  • Radstand: 2475 mm
  • Leergewicht: 960 kg
  • Typbezeichnung: 1H
  • 1991: Vorstellung Golf III, neuentwickelter VR6
  • 1992: Airbag als Extra, Ruckrufaktion
  • 1993: Golf Variant, Golf TDI, Golf Cabrio, Golf GTI 16V
  • 1994: Sondermodelle Ecomatic und Colour Concept, elektronische Wegfahrsperre wird Serienausstattung, neues Topmodell wird der VR6 mit 2.9 Liter Motor und Synchroantrieb
  • 1995: Sondermodelle VR6 Edition und Rolling Stones, SDI, Airbag wird Serienausstattung
  • 1996: Sondermodell Movie, Sportsitze, Seitenverkleidung mit speziellem Muster, Lederschaltkulisse mit grunen Nahten, Fussmatten mit gruner Umrandung und so weiter
  • 1996: Sondermodell 20 Jahre GTI, ABS fur alle Modelle serienmassig, Seitenairbags als Extra
  • 1997: Ende der Produktion.

Golf IV

thumb|Golf IV

  • Lange: 4149 mm
  • Breite: 1735 mm
  • Hohe: 1439 mm bis 1444
  • Radstand: 2511 mm bis 2518 mm
  • Leergewicht: 1187 kg
  • Typbezeichnung: 1J, 9B (Mexiko)
  • Erstmalig wird im Golf IV ein Golf serienmassig mit einem Funkschliesssystem ausgestattet. Auch die Schlussel haben sich verandert. Anstatt Zahne haben sie ab dieser Baureihe eine Frasung.
  • 1997: Vorstellung des Golf IV; V5
  • 1998: 4Motion
  • 1999: Pumpe-Duse TDI, Elektronisches Stabilitatsprogramm (ESP) in allen Golf serienmassig
  • 2000: Sondermodell 25 Jahre GTI
  • 2001: Bremsassistent serienmassig
  • 2002: Benzin-Direkteinspritzung (FSI) und R32, Sondermodell Champ mit Kopfairbags (etwas spater serienmassig), umschaltbarer Erdgas-Antrieb mit der Verkaufsbezeichnung BiFuel im Variant.
  • 2003: GT Sport, Sondermodell Edition, Ende der Produktion in Deutschland. Start der Produktion in China im Joint-Venture-Unternehmen FAW Volkswagen (http://www.faw-volkswagen.com) am Standort Changchun.

Golf V

thumb|Der Golf V

  • Lange: 4204 mm
  • Breite: 1759 mm
  • Hohe: 1470 bis 1483 mm
  • Radstand: 2578 mm
  • Leergewicht: ca. 1300 kg
  • Typbezeichnung: 1K
  • Der Golf V bekommt als erster Golf das von Bosch entwickelte Controller Area Network-Bus-System (kurz CAN-Bus). (Ab 2001 schon im Golf 4 verbaut)
  • 2003 Vorstellung des Golf V; FSI-Motoren, neue Vierlenker-Hinterachse. 4 Scheibenbremsen, elektromechanischer Servolenkung, ESP, ASR, Bremsassistent, EDS, ABS, sechs Airbags, elektr. Aussenspiegel und Fensterheber, Funk-Zentralverriegelung sind serienmassig.
  • 2004 '30 Jahre Golf': kostenlose Klimaanlage (Absatzfordermassnahme befristet bis 09/2004), Direktschaltgetriebe (DSG) fur TDI, Automatikgetriebe mit Tip-Tronic-Schaltung (Aufpreis), Golf 4motion mit Allradantrieb, Golf GTI
  • 2005 Produktion des Golf V GTI mit neu entwickeltem, turboaufgeladenem FSI-Motor
  • 2005 Der Golf V wird unter anderem auch als 'Plus'-Version mit mehr Raum und erhohtem Dach angeboten.

Antriebskonzepte

Antrieb durch Ottomotor

Golf GTI

Der Golf GTI war ein Meilenstein in der Entwicklung des VW Golf wie auch der Automobilgeschichte und bot zum ersten Mal einen sehr leistungsstarken Motor in einem fur die breite Masse der Autofahrer erschwinglichen kompakten, alltagstauglichen Auto. Niemand ahnte, dass die drei Buchstaben GTI einen Kult erschaffen wurden. Ausgestattet mit einem Einspritzmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 80 kW (110 PS) Leistung bei einem Leergewicht von 810 kg beeindruckte der Golf GTI mit Fahrleistungen damaliger Sportwagen. Die Hochstgeschwindigkeit wurde mit 182 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h mit 9,2 Sekunden angegeben. Der GTI war die starkste Motorvariante im Golf I.

Um aufgrund des GTI die potientielle Kundschaft fur den 'normalen' Golf nicht zu verschrecken, wandte sich eine an Hausfrauen gerichtete Presseaussendung mit den Worten: 'auch zum Einkaufen in Schrittgeschwindigkeit ruckfrei zu fahren'.

Andere Automobilhersteller erkannten ebenfalls rasch den Trend und boten attraktive, PS-starke Klein- und Mittelklassewagen an, unter anderem den Opel Kadett GT/E oder den Ford Escort RS.

Die Bezeichnung GTI blieb als Synonym fur die starkste Motorversion in den Kopfen, obwohl die starksten Varianten im Golf II der G60 bzw. 16V G60, im Golf III der 2.8l VR6 (174 PS) und im Golf IV der R32 waren. Das Modelljahr 2004 des GTI gibt eine Leistung von 147 kW (200 PS) bei 2 Liter Hubraum, eine Hochstgeschwindigkeit von 235 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,2 Sekunden an.

Golf VR6/V6/VR5/V5

Eine weitere Neuheit in der Kompaktklasse war der Einbau eines Sechszylindermotors in Querlage in den relativ schmalen Motorraum des Golf III. Es handelt sich allerdings nicht um einen klassischen V-Motor mit einem Zylinderwinkel von 90 oder 60 Grad. Der VR6 war mit seinem Zylinderwinkel von 15 Grad eine Mischung aus einem V- und Reihenmotor. Gegenuber einem normalen V-Motor besitzt das VR-Konzept nur einen Zylinderkopf und einen einfach zu bearbeitenden Motorblock, jedoch eine - genau wie ein Reihenmotor - siebenfach gelagerte Kurbelwelle. Die Nachteile sind relativ komplizierte Kettenfuhrungen und sehr geringe Abstande zwischen den Zylindern. Die Wande zwischen den Zylindern lassen Hubraumerweiterungen nur in bestimmten Grenzen zu. Bereits im Golf III loste der VR6-Motor den 16-Ventil-Motor mit 2 Liter Hubraum ab. Es gab einen 2.8 VR6 mit 128 kW und einen nur mit Allradantrieb lieferbaren 2.9 VR6 mit 140 kW (190 PS). Ab dem Golf IV hiess der VR6-Motor aus marketingtechnischen Grunden V6, die Ventilzahl wurde von 12 auf 24 (4 Ventile pro Zylinder) erhoht und die Leistung wuchs von 140 kW auf 150 kW (204 PS). Das Grundkonzept des VR-Motors blieb aber dasselbe.

Dieses fand auch beim V5 (2.4 V5) Anwendung, der im Prinzip ein um einen Zylinder reduzierter 2.8-l-VR6 mit zwei Ventilen pro Zylinder war und im Golf IV und Bora angeboten wurde. Diesen Motor gab es parallel zum vierzylindrigen 1.8 Turbo, beide leisteten 110 kW (150 PS). Das gilt auch fur den Passat (3B), wo er unter der Bezeichnung VR5 angeboten wurde. Ab dem Modelljahr 2001 wurde der V5 mit vier statt bisher zwei Ventilen pro Zylinder angeboten, die Leistung wuchs dadurch auf 125 kW (170 PS).

Golf FSI

FSI steht als Marketingbezeichnung fur Fuel Stratified Injection, zu deutsch geschichtete Brennstoff-Direkteinspritzung. Es deutet auf einen Ottomotor mit einem aus dem Dieselprozess abgeleiteten Einspritzverfahren hin.

Bei Teillast soll der spezifische Kraftstoffverbrauch dadurch reduziert werden, indem das zundfahige Gemisch nur um die Zundkerze gebildet wird. Prinzipiell findet die Verbrennung dann mit Luftuberschuss statt. Das Verfahren findet nur bei Teillast Anwendung; bei Vollast erfolgt die Gemischbildung weiterhin klassisch mittels vor den Einlassventilen positionierter, ausserer Gemischbildung. Die Verbrennung findet dann ohne Luftuberschuss statt.

Der Hauptnachteil ist der erhohte Ausstoss von Stickoxiden (NOx) sowie Probleme der Schadstoffreduktion wegen der niedrigeren Temperatur des nachgeschalteten Katalysators.

Golf IV R32

Das R in R32 steht fur Racing, die 32 steht fur die 3,2 Liter Hubraum des 6-Zylindermotors in VR-Bauweise. Plattform ist der Golf IV, jedoch hat der Golf R32 ausserlich und „innerlich“ (gemeint sind die Fahrleistungen) fast nichts mit dem herkommlichen Vierer-Golf zu tun: Limitiert in einer Auflage von 5000 Autos, ist der Golf R32 mit einer Leistung von 177 kW (241 PS) der bisher (Stand: Februar 2005) starkste Serien-Golf aller Zeiten. Den Spurt von Null auf Hundert Stundenkilometer schafft der Volkswagen in 6,6 Sekunden (mit DSG: 6,4 Sekunden), nach 2800 Umdrehungen sind 320 Newtonmeter vorhanden, die Hochstgeschwindigkeit liegt bei 247 km/h, die Abgasnorm ist EU4. Serienmassig ist der Golf R32 mit einem um 33 Millimeter tiefergelegten Sportfahrwerk, 225er-Reifen auf 18-Zoll-Radern, Sportsitzen und integrierten Kopfstutzen, dem 4Motion-Allradantrieb sowie einem Sechsganggetriebe ausgestattet, optional ist unter anderem das wegweisende Doppelkupplungsgetriebe DSG erhaltlich gewesen. Ausserlich ist der Golf R32 klar von anderen Golf-Modellen zu unterscheiden: Mit drei riesigen Lufteinlassen an der Frontschurze, tiefen Seitenschurzen und den zwei markanten Auspuffrohren am Heck distanziert sich der Supersportler Golf R32 klar vom herkommlichen Golf IV.

Antrieb durch Dieselmotor

Waren Dieselfahrzeuge fruher eher LKW (oder behabige Mercedes-Limousinen), lautete der Golf I Diesel den Beginn des Einbaus von kraftigen, lauffreudigen und dabei sparsamen Dieselmotoren in Kleinwagen des Konzerns ein.

Golf Diesel

Der Dieselmotor wurde aus einem bekannten Ottorumpfmotor (M827) von Audi abgeleitet, bei dem sowohl die dieseltypischen Komponenten einer - im Vergleich zum Ottomotor - hoheren Belastung standhalten mussen (Kurbelwelle, Pleuel, Kolben, Kolbenbolzen, Zylinderkopf, Zahnriemen, als auch die Kuhlung meist durch Verstarkung modifiziert wurde. Ferner wurde der Zylinderkopf mit neuartigen Wirbelkammern versehen. An der Stelle des beim Diesel nicht erforderlichen Zundverteilers konnte eine Vakuumpumpe fur den Bremskraftverstarker platziert werden. Die Verteiler-Einspritzpumpe (VESP) wird uber den vorhandenen Zahnriementrieb der Nockenwelle betrieben. Damit war der Dieselmotor nicht grosser als ein vergleichbarer Ottomotor mit gleichem Hubraum; bis zur Vorstellung des Dieselmotors fur den Golf waren Dieselmotoren mehr in Richtung Schwermaschinenbau konzipiert.

Der Dieselmotor hatte zunachst einen Hubraum von 1,5 Liter mit einer Leistung von 37 kW (50 PS), dann 1,6 Liter mit 40 kW (54 PS). Das Laufverhalten (Gerausche, Vibrationen) insbesondere der beiden ersten Dieselmotor-Generationen konnte aber weitenteils noch nicht befriedigen. Der Turbolader des ersten 70-PS-Diesel-Motors brachte dann uber die Dampfung im Auspufftrakt merklich mehr Gerauschkomfort.

Golf GTD

Ab 1982 wurde das Diesel-Pendant zum Golf I GTI vorgestellt, der Golf GTD mit 52 kW (70 PS) im 'GTI-Look' und mit strafferem Fahrwerk. Durch den GTD wurde die Evolution des leistungsfahigen und sportlichen Golf Diesel gestartet. Zur Leistungssteigerung des 40-kW-Saugdiesel mit 1,6 Liter Hubraum war der GTD mit einem Turbolader ausgestattet. Wegen der hoheren thermischen Belastung der Kolbenboden wurden diese von unten mittels Ol-Strahldusen zwangsgekuhlt.

Golf TDI

Nachdem 1988 als erster Hersteller FIAT im Modell Fiat Croma TD i.d. einen turboaufgeladenen, direkteinspritzenden Dieselmotor mit einer Leistung von 66 kW (90 PS) herausbrachte, folgte Audi 1989 mit einem ahnlichen Motor mit 2,5 Litern Hubraum, funf Zylindern und 88 kW (120 PS) Leistung.

Das Konzept erhielt bei VAG die geschutzte Marketingbezeichnung TDI. Erstmals wurde eine im Hubraum auf 1,9 Liter verkleinerte Variante mit vier Zylindern ab 1992 im Audi 80 eingesetzt, ab 1993 dann im Golf III als Golf TDI.

Der Motor mit Verteiler-Einspritzpumpe erzeugte zunachst eine Leistung von 66 kW (90 PS).

Durch Selektion der Serienmotoren und Anpassung von Parametern der Motor-Regelelektronik in Kombination mit Turboladern mit variabler Turbinengeometrie (VTG) wurden 80 kW (110 PS) und vor allem ein hoheres Drehmoment in niedrigen Drehzahlbereichen erreicht.

Mittlerweile (2004) verfugen bei VW alle TDI-Motoren mit 1,9 Litern und 2 Litern Hubraum uber die variable Turbinengeometrie (VTG) des Turboladers.

Gesetzliche Auflagen bezuglich der ausgestossenen Schadstoffmengen haben viele Hersteller dazu bewogen, hohere Einspritzdrucke zu realiseren. Insbesondere die Grossenlimitierung der Russpartikel kann durch optimierte Einspritzdusengestaltung und sehr hohe Einspritzdrucke erreicht werden, welche mit den bekannten Verteiler-Einspritzpumpen nicht ohne weiteres erreichbar waren. Daher wurde das VW-eigene Einspritzverfahren Pumpe-Duse (Marketingbezeichnung: PD) entwickelt. Die damit ausgestatteten Motoren erzeugten zunachst 74 kW (100 PS), dann durch Selektion der Serienmotoren und Anpassung von Parametern der Motor-Regelelektronik 85 kW (115 PS) und schliesslich 96 kW (130 PS) beziehungsweise 110 kW (150 PS) als maximale Leistung.

Golf SDI

Die Bezeichnung SDI (Saugdiesel mit Direkteinspritzung) steht fur einen Dieselmotor, der mit dem TDI weitgehend baugleich ist, bis auf fehlenden Turbolader und Ladeluftkuhlung. Sensorik und Aktorik konnen entsprechend vereinfacht werden.

Die Leistung betragt 50 kW (68 PS) bei einem Hubraum von 1,9 Liter. Seit Februar 2004 ist ein SDI mit 2 Litern Hubraum und einer maximalen Leistung von 55 kW (75 PS) bei 140 Newtonmetern Drehmoment im Golf V erhaltlich. Bei diesem Aggregat-Typ wird erstmalig die aus den TDI-Motoren bekannte Pumpe-Duse-Direkteinspritzung eingesetzt. Der Golf 2.0 SDI erreicht eine Hochstgeschwindigkeit von 163 km/h.

Wegen recht hohen Leergewichtes (VW Golf III und nachfolgende Generationen) schafft ein SDI nur massige Beschleunigungswerte, die fur den Stadtverkehr jedoch ausreichend sind.

Ausstattungskonzepte

Golf II Country

Der 1990 eingefuhrte und bis Dezember 1992 produzierte Golf II Country ist eine Ausstattungsvariante des Golf CL syncro mit 4 Turen. Die Serienfertigung begann im April 1990 in Graz, Osterreich bei Steyr-Daimler-Puch (heute Magna-Steyr). Hierzu wurde jeweils ein komplett vormontierter Golf CL syncro mit einem 98-PS-Motor nach Osterreich geliefert und dort zum Golf II Country umgerustet. Im Einzelnen wurde die Karosserie mittels Leiterrahmen hohergesetzt, vorne ein Rammbugel ('Kuhfanger') mit integriertem Triebwerkunterschutz montiert, am Heck links und rechts zwei Rohrrahmen in den Stossfanger eingesetzt, sowie einen mittig platzierten und abklappbaren Reserveradhalter installiert.

Ab Juli 1990 kam die zweite Variante, der Golf II Country Allround hinzu. Diese Variante hatte eine auf Funktionalitat und weniger auf Komfort zugeschnittene Ausstattung (z.B. Kunstleder innen, Standard-Felgen in Wagenfarbe). Erhaltlich war diese Variante nur in der Farbe 'waldgrun'.

Ab Anfang 1991 wurde seitens VW dann noch eine dritte Ausstattungs-Variante auf den Markt gebracht - die Chrom-Edition. Dessen Ausstattung mit cremefarbenen Echtleder-Ausstattung, elektrischem Faltschiebedach und verchromten Anbauteilen verursachte einen enormen Preisschub - diese Luxus-Variante kostete damals 52.200 DM und war nur in schwarz lieferbar. Gebaut wurden von dieser Sonder-Edition nur 500 Stuck.

Es gab auch noch einige Sonderversionen und Sonderumbauten wie z.B. den Golf II Country GTI mit 107 PS, der in einer Auflage von 50 Stuck exklusiv fur VW-Mitarbeiter gebaut wurde, oder Sonderumbauten auf andere Ottomotoren und Dieselmotoren.

Zweifelsohne ist der Golf II Country - was die Verkaufserfolge angeht - ein Flop in der VW-Firmengeschichte. Der damalige Marketingleiter Berthold Kruger ging im Jahre 1989, ein Jahr vor Produkteinfuhrung, von jahrlich 5000 auszuliefernden Einheiten in ganz Europa aus. Also sollten von Mai 1990 bis zur Produktionseinstellung der Golf 2-Reihe rund 15000 Fahrzeuge verkauft werden - erreicht wurde mit exakt 7735 Einheiten nur ca. die Halfte. Dennoch muss der Golf II Country als Vorreiter des heutigen SUV-Trends (SUV steht fur Sport Utility Vehicle) gesehen werden. Schon im Jahre 1989 urteilte das Gelandewagen-Magazin Off-Road, dass sich dieser Wagen 'exakt in die Lucke einfugt, die sich dann auftut, wenn man Gelandewagen nach herkommlicher Interpretation und strassengebundene Allrad-Personenwagen etwas weiter auseinanderruckt.' (Quelle: Off-Road, Ausgabe September 1989, S. 21). Betrachtet man die seit Mitte der 1990er Jahre unaufhaltsam rollende SUV-Welle, so darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass der Golf II Country ein Trendsetter war - fur VW und seine Verkaufserfolge leider 5 bis 10 Jahre zu fruh.

Konkurrenzprodukte

Konkurrenten des VW Golf waren und sind u.a.

  • Golf I: Opel Kadett C, Opel Kadett D; Ford Escort
  • Golf II: Opel Kadett E; Ford Escort
  • Golf III: Opel Astra, Ford Escort
  • Golf IV: Opel Astra, Audi A3, Seat Leon, Skoda Octavia, Ford Focus
  • Golf V: Audi A3, BMW 1er, Ford Focus, Seat Leon, Skoda Octavia, Opel Astra, Toyota Corolla, Fiat Stilo, Mazda 3, Honda Civic, Peugeot 307, Renault Megane, Citroen C3, Mercedes-Benz A-Klasse, Nissan Almera

Literatur

  • Florian Illies 'Generation Golf', Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Erscheinungsdatum: Juni 2001, ISBN 3596150655
  • Florian Illies 'Generation Golf zwei' Verlag: Blessing, ISBN 3896672460

Weblinks

  • Die Seite fur alle Golf Fans (http://www.golfv.de)
  • Volkswagen (Hersteller) (http://www.volkswagen.de)
  • Volkswagen:Golf (http://showrooms.volkswagen.de/vwcms_publish/vwcms/master_public/showrooms/de/golf.frameset_outer.html)
  • Mythos Golf (http://www.mythos-golf.de)
  • Doppel-Wobber (http://www.doppel-wobber.de) (Informationen uber alle Golf Modelle)
  • Alles-Golf.de (http://www.alles-golf.de) (Bilder zu allen Golf-Modellen)


Kategorie:PKW-Modell Golf

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