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Altkleidersammlung

From Sterwiki

Eine Altkleidersammlung dient der Verwertung gebrauchter Kleidung und Schuhe aus Privathaushalten. Dazu werden haufig Zettel im DIN-A5-Format an die Hausturen des Ortsteils, in dem die Sammlung stattfinden soll, geklebt. Auf diesen wird der Zeitpunkt der Sammlung bekanntgegeben (meist morgens binnen Wochenfrist) und dazu aufgefordert, nicht mehr benotigte, aber noch tragbare Kleidung in Sacken an den Strassenrand zu stellen. In manchen Fallen werden die benotigten Plastiksacke (selten auch Plastiktonnen) vom Sammler bereitgestellt. In Deutschland werden nach Schatzungen jahrlich rund 500.000 Tonnen Altkleider gesammelt, davon sind allerdings nur rund 40 Prozent noch tragbar.

Eine Altkleidersammlung ist nicht genehmigungspflichtig und kann daher von jedem durchgefuhrt werden. Daneben gibt es von verschiedenen Organisationen auch fest angebrachte Sammelcontainer oder Sammelstellen.

Die Sammler lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • caritative Einrichtungen (oftmals ortsansassig)
  • meist uberregional tatige kommerzielle Sammler
  • Sammler, die nur vorgeben, fur eine (oft nicht existierende) caritative Einrichtung zu sammeln.

Bei allen Sammlungen werden die gesammelten Kleidungsstucke hochstens zu einem Teil direkt an Bedurftige weitergegeben. Tragbare Kleidung wird uber Zwischenhandler an Second-Hand-Laden verkauft, der ubrige Teil (im Schnitt etwa 60 Prozent der gesammelten Kleidung) wird an Sortierbetriebe zur Wiederverwertung verkauft oder als Mull entsorgt. Der caritative Zweck der Sammlung besteht somit grosstenteils im Erlos, der aus dem Verkauf der Kleidung erzielt wird.

Oftmals lassen caritative Organisationen Sammlungen von kommerziellen Sammlern durchfuhren. Die Erlose werden dann nicht vollstandig fur caritative Zwecke eingesetzt.

Table of contents
1 Dubiose Sammlungen

1.1 Simple Prufmethode fur Haushalte
1.2 Opfer von Namensmissbrauch
1.3 Bekannte dubiose Sammler

2 Weblinks

Dubiose Sammlungen

Altkleidersammlung sind in der Bevolkerung zurecht gern gesehen und auch als sinnvoll anerkannt. In Verruf geraten sind diese Sammlungen erst, nachdem gerade die grossten Organisationen - wohl zur Kostenersparniss - vor rd. 20 Jahren systematisch begannen, gewerbliche Sammler zu beauftragen, diesen arbeitsintensiven Zweig >gegen Provision< auszulagern. Schnell merkte man, das Profis effektiver und leistungsbereiter waren wie die bis dahin gelaufenen eigenen alten Methoden. Erschwerend kommt noch hinzu, das schon lange die Altkleidersammlungen GENERELL vom Fiskus als 'gewerbliche Tatigkeit' eingestuft wird, und sich nicht mehr als reine Vereinstatigkeit ausuben lasst. Ein gewerblicher Zweig ist somit als Steuereinnahme-Quelle leider staatlich vorgegeben.

Gerade dadurch wurde dieser 'Markt' gewerblich. Die Folge: Dubiose gewerbl. Sammler begannen logischer weise mit scheinbar caritativen Sammlungen, um bessere Einnahmen zu erzielen statt der kargen Provisionen. Heutiger Stand ist, das in vielen Regionen diese vorgetauscht caritativen Sammlungen einen Grossteil aller Sammlungen ausmacht. Dabei wird auf diesen Sammlungs-Zetteln meist behauptet, die Sammlung wurde von (oder zumindest im Auftrag) einer Hilfsorganisation durchgefuhrt, die notleidenden Menschen helfe. So wird auch an das soziale Gewissen der Leser mit Begriffen wie 'Helfen Sie' oder 'Spendenaufruf' appelliert. Teilweise existieren diese Hilfsorganisationen tatsachlich, aber sie fuhren keine Sammlungen durch und stehen auch in keinem Kontakt zu Sammlern.

Auf dubiosen Sammlungs-Zetteln fehlt jegliche Kontaktmoglichkeit. Es sind Angaben wie 'Sammelburo-...' mit einer Handy-Telefonnummer angegeben, unter der niemand erreichbar ist. Diese Schubladen-Handys stammen vom Flohmarkt, damit keine Ruckschlusse gezogen werden konnen. Weiterhin ist oft ein 'Spendenkonto' angegeben, mit der Aufforderung, die 'notleidenden Menschen' auch finanziell zu unterstutzen. Hier gibt es zwei Varianten: 1.) nicht existierende Konten 2.) reale Konten bekannter Hilfsorganisationen . (Vorteil zu 2.): Bezug herstellen und bessere Akzeptanz)

Dubiose Sammlungen werden oft gezielt am Tag vor einer Sammmlung einer caritativen Organisation durchgefuhrt. Sie finden oftmals einige Stunden vor der auf dem Zettel angegebenen Zeit (oft noch im Dunkeln) statt. Die Kleidersacke werden zugig auf einen Kleinlaster geworfen. Ist dieser voll, folgt oft der zweite, oder die Sammlung wird beendet.

Auch so mancher Sammelcontainer, der zuvor gestohlen wurde, wird in einer nachtlichen Aktion von den selben Unbekannten weit entfernt wieder aufgestellt. Regulare Vereine und Organisationen werden niemals ohne Erlaubnis und Duldung von Grundstuckseigentumern Altkleider-Container aufstellen, da sie allesamt auf einen guten Ruf bedacht sind.

Ein weiteres Problem fur alle Sammlungen besteht weiterhin darin, das die selben Initiatoren dubioser Sammlungen auch nicht davor zuruckschrecken, regulare Sammlungen zur Nachtzeit zu berauben. Diesen jedoch das Handwerk zu legen, ist fast unmoglich.

Wird bei irgendwelchen Aktionen falschlich ein gemeinnutziger Eindruck erweckt, so kann dies von jedem, auch von anderen Sammlern, als Verstoss gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb angezeigt werden. Dies jedoch so nachhaltig zu belegen, das Polizei oder Ordnungsamt einschreitet,ist fast unmoglich, da auch unter den Organisationen und Vereinen kein Zusammenhalt, sondern Futterneid besteht.

Auch das unerlaubte Verwenden von Namen und Logos existierender Hilfsorganisationen kann geahndet werden. Die Sammlungen selber sind allerdings nicht strafbar.

Polizeiliche Ermittlungen gegen diese Altkleidersammler verlaufen allerdings meist erfolglos, da keine Kontaktadressen existieren und die Sammler schwer auf 'frischer Tat' gestellt werden konnen. Insgesamt haben aber Polizei und Ordnungsamter selten die Zeit, hier arbeitsintensiv nachzufassen. (Gerade kleine Vereine und Organisationen kennen dieses Problem )

Aktionen von Kennern des 'Marktes', die solche Machenschaften anprangern sind sehr zu begrussen, schlagen jedoch oft durch mangelde Recherche oder wegen massivem Eigeninteresse (Umsatz-Sicherung )in´s Gegenteil um, wenn Mitbewerber a.A., die nicht beim 'Lizensierer' angeschlossen sind als dubios dargestellt werden. Man straft sich somit selbst der Luge, wenn man gleichzeitig seine Lizenz verkauft.( Auszug: Die sammelnde Organisation ist gemeinnutzig/ Die Sammler verkaufen die Kleidung nur an Vertragsfirmen (Vollbindung??)/ FairWertung fordert die Second Hand-Vermarktung und konkrete Projekte der Sammler/ Fur die Nutzung des Zeichens FairWertung zahlen die Sammler eine Lizenzgebuhr ) Damit wird genau das praktiziert, was man anprangert. Wirtschaftliche Notwendigkeit ist ein ernstzunehmender Punkt, aber er sollte nicht dazu genutzt werden, unliebsame Mitstreiter, oder Lizenz-Sparer anzuprangern. Wer agressiv in die Second Hand Schiene drangt hat kaum Ambitionen, grosszugige Geschenke zu machen. Werden 25 Cent/kg Lizenzgebuhr fur ein Siegel abverlangt, unterstreicht es nur, das den kleinen Organisationen von Grossverwertern und Industrie die Wurst vom Brot genommen wird. Viele erhalten nicht einmal eine Vergutung in Hohe dieser Gebuhren am regionalen Markt. Dies jedoch ist dann das Geld, was fur Projekte und Hilfsmassnahmen gebraucht wurde.

Wer schon einmal selbst bei einer Sammlung mitgeholfen hat, weiss welche Muhe und Aufwand es bereitet, nur einen Kleintransporter voll zu bekommen. Einen Uberblick zum 'Marktpreis' kann sich jeder Interessierte leicht uber die jeweiligen Recycling-Betriebe einholen u. somit nachrechnen.

Fazit: Ein harter Markt, der noch harter umkampft wird-leider zu ungunsten der KLEINEN, da der Preis-Unterschied zwischen Kleinmengen oder Industriemengen mit weltweitem Handel beachtlich ist. Die steigende Zahl von Komunen, die sich hier neuerdings ebenfalls angagieren, verstarken noch den Druck. Resultat wird wohl sein, das die kleine Organisationen vom Markt gedrangt werden. Ubrig bleibt dann noch eine Grossverwertung im industriellen Massstab. Ob diese jedoch noch Lust zur KLEIDERSPENDE hat, ist mehr als fraglich.

Fundierte Aussagen und Informationen uber die tatsachlich stattfindende Verwertung und aller Problematiken findet man z.B. im Internet unter: http://www.fachverband-textil-recycling.de (Fachverband:Der entwicklungspolitisch inspirierte Verband Fairwertung sucht nach Alternativen, kommerzielle Unternehmen werfen ihm Doppelmoral vor.)

Simple Prufmethode fur Haushalte

Zwar keine volle Garantie, aber doch einen guten Uberblick verschafft man sich als SPENDER dadurch, das man per Telefon-Auskunft die fur die Sammlung angegebene Adresse und Telefon-Nummer checkt, eventuell auch dort anruft, und sich den gesammten Ablauf von der Sammlung bis hin zur Verwertung und Vermarktung erklaren lasst. Wird bereitwillig Auskunft gegeben, ist es ok - wenn hartnackig nicht erreichbar oder nur Handy: Abzocker am Werke. Wir lapidar behauptet: Das geht alles zu den Armen und in Kleiderkammern, der lugt. Wer Ablauf und Kosten kennt, kann dies auch logisch und verstandlich erklaren.

Opfer von Namensmissbrauch

  • Aktion Sonnenschein Hilfe fur das mehrfach behinderte Kind e.V.: Dieser Verein existiert tatsachlich und betreibt in Munchen Montessori-Kindergarten und -schulen. Er fuhrt jedoch keine Altkleidersammlungen durch und hat erfolglos versucht, die Sammlungen unter falschem Namen zu unterbinden. Der Versuch, solche falschen Sammlungen zu unterbinden, ist ein recht sinnloses und kostspieliges Unterfangen. Daher verzichten gerade kleinere Organisationen meist recht schnell darauf.
  • Roter Ring Kinderhilfe eV: - In Haselunne bei Osnabruck existiert ein Landes- und Kreisverband. Sporadisch fallen Sammlungen mit nachgemachten Logo des RRK auf. Die Kolner Polizei landete einen Gluckstreffer, nachdem Vereinsmitglieder sich in einer Nachtaktion auf die Lauer gelegt hatten. Ein Trittbrettfahrer konnte gestellt und verhaftet werden. Die Polizeibeamten fanden im Fahrzeug gleich stapelweise 3 Logo´s verschiedener Organisationen. Ein weiterer polizeilicher Erfolg war im hollandischen Grenzbereich zu verzeichnen - gleichzeitig schlugen unzahlige weitere Versuche fehl.
  • Deutsches Rote Kreuz Etlichen Presseveroffentlichungen ist zu entnhmen, das das DRK die Bevolkerung mittels Zeitungs-Inserat darauf hinweist, das eine Sammlung TATSACHLICH vom DRK durchgefuhrt wird.

FAST alle Organisationen kennen das Problem, und waren oder sind davon betroffen.

Bekannte dubiose Sammler

  • 'Sammelburo ...' mit Handy-Nummer in zig Varianten
  • 'Pater Rodriguez': angeblich die 'Mutter Theresa von Asien'. Hinweise darauf, dass dieser Pater tatsachlich existiert, gibt es nicht.
  • Verein zur Kontaktpflege mit Behinderten e.V.: ein Verein dieses Namens soll in Frankenhain bei Erfurt existiert haben. Der Verein ist angeblich im Vereinsregister des Amtsgerichts Kassel eingetragen, als Spendenkonto wird eine Bank in Kaufungen bei Kassel angegeben. Der Verein soll seit mehr als 20 Jahren existieren und Behinderten helfen durch 'Bereitstellung von Spezialfahrzeugen fur Klinik-Transporte, Ausfluge zu Nationalparks, Grillabende' und vieles mehr. Als Kontaktperson wird 'Herr Karl Heinz' angegeben, allerdings fehlt jegliche Kontaktmoglichkeit.

Anzumerken ist, das kleine Vereine meist uberhaupt keine Ahnung haben, wo und wann ihr Name oder Logo missbraucht wird. Wenn Sie es erfahren ist es meist zu spat um darauf zu reagieren. Professionelle Abzocker sind mit mindestens drei verschiedenen Logo´s unterwegs.

Weblinks

  • http://www.fairwertung.de/ - Dachverband einiger caritativer Altkleidersammler

Kategorie:Hilfsorganisation


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